Mit CAD-Schulung in einen anspruchsvollen Job

Das dekorative Ausstellungsstück eines 12-Zylinder-Motors im Treppenhaus des Ingenieurwerks fasziniert jeden Maschinenbautechniker – auch Stefan Skrlyik.
Das dekorative Ausstellungsstück eines 12-Zylinder-Motors im Treppenhaus des Ingenieurwerks fasziniert jeden Maschinenbautechniker – auch Stefan Skrlyik.

Die Ingenieurwerk GmbH wurde im Jahr 1998 von Dipl.-Ing. Gerd Koch in Langen gegründet und ist seit 2001 in der Friedrichstraße 20 ansässig. Das relativ schlichte und unauffällige Bürogebäude ist von der Hofseite aus zu betreten. Aber: Hier arbeitet ein Team von Spezialisten, die meisten von ihnen Ingenieure, aber auch Konstrukteure, Technische Zeichner, Mechatroniker, Hydraulikspezialisten, Versuchsingenieure und Produktdesigner. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen derzeit mehr als 60 Mitarbeiter/-innen, wie der Firmengründer berichtet. Selbstverständlich sei die Geschäftsentwicklung gegenwärtig „coronagedämpft“ und durch Faktoren wie die US-Handelsbeschränkungen und den drohenden Brexit, den Strukturwandel im Bereich Automotive und die Sondersituation im Maschinenbau, Kurzarbeit sowie Kontakt- und Reisebeschränkungen beeinträchtigt.

In normalen Zeiten hätte Gerd Koch einige Mühe, das benötigte hochqualifizierte Personal auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Deshalb hat er schon vor mehreren Jahren ein eigenes Schulungszentrum eingerichtet, in dem ein umfassendes Know-how im Umgang mit aktuellster CAD-Software für Konstrukteure und Entwickler vermittelt wird. Die Kurse führen in die umfassenden Funktionalitäten ein und zeigen Methoden für eine effektive und ergebnisorientierte Nutzung der komplexen IT-Werkzeuge bei der teamorientierten Projektarbeit auf. In die jeweils mehrwöchigen CAD-Kurse fließen mehr als 20 Jahre Konstrukteurserfahrung ein. Aufgrund einer AZAV-Trägerund -Maßnahmezulassung handelt es sich bei den Kursen um förderfähige Angebote, die den Teilnehmern über den Bildungsgutschein des Jobcenters und der Arbeitsagentur zugänglich sind. Über den Bedarf bei Ingenieurwerk hinaus eröffnen die Kurse Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auch bei anderen Unternehmen.

Auf diesem Weg haben auch das Ingenieurwerk, das Jobcenter Frankfurt und der 34-jährige arbeitsuchende Stefan Skrlyik zusammengefunden – eine unerwartete Allianz eines High-Tech-Unternehmens, einer Einrichtung zur Beratung und Unterstützung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger und eines jungen Maschinenbautechnikers, der zwar Kunde des Jobcenters ist, aber so gar nicht dem verbreiteten Klischee eines geringqualifizierten und wenig motivierten „Hartz-IV-Empfängers“ entspricht. Bei der aktiven Stellensuche war er auf das Ingenieurwerk aufmerksam geworden. Als sein Schulungsbedarf im Bereich CAD erkennbar war, ergriff er selbst die Initiative und wurde beim Jobcenter Frankfurt vorstellig. Uwe Eschner vom Team Arbeitgeberservice hat Stefan Skrlyik dabei unterstützt, die Kostenübernahme seiner Zusatzqualifizierung durch einen Bildungsgutschein zu erhalten. Gegenwärtig absolviert er beim Ingenieurwerk die CAD-Grundschulung. „Er stellt sich wirklich gut an und passt ins Team“, urteilt Firmenchef Koch. Damit hat er eine Perspektive, ab Februar beim Ingenieurwerk angestellt zu werden.

Die Ingenieurwerk GmbH ist ein Dienstleister im Bereich der industrielle Konstruktion und Produktentwicklung und arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren für führende Unternehmen aus Automotive, Maschinen- und Anlagenbau, Konsumgüterindustrie und Medizintechnik. Realisiert werden alle Arten von Konstruktionsvorhaben für innovative und wettbewerbsfähige neue Produkte. Das Team aus Langen ist für seine absolute Flexibilität, sein tiefgreifendes Know-how und seine Praxiserfahrung in der Umsetzung hochpräziser Lösungen bekannt. Firmenchef Gerd Koch: „Wir sind breit aufgestellt. Unsere meist langjährigen Auftraggeber und Geschäftspartner kommen aus unterschiedlichen Branchen. Das verschafft uns eine relative Unabhängigkeit von der Entwicklung in einzelnen Segmenten der Wirtschaft.“