7.777+ Chancen für eine Ausbildung

HWK-Präsidentin Susanne Haus, IHK-Präsident Ulrich Caspar, Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Arbeitsagenturchefin Stephanie Krömer
HWK-Präsidentin Susanne Haus, IHK-Präsident Ulrich Caspar, Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Arbeitsagenturchefin Stephanie Krömer

Die berufliche Bildung in den Fokus der Gesellschaft bringen

Zur Bewältigung der coronabedingt schwierigen Situation auf dem Ausbildungsmarkt in der Region Frankfurt-Rhein-Main bündeln die vier Partner IHK, HWK, Arbeitsagentur und Jobcenter ihre Kräfte und Kompetenzen in der Gemeinschaftsaktion „7.777+ Chancen für eine Ausbildung direkt vor der Tür“. 7.777 bezieht sich auf die Gesamtzahl der jährlichen Ausbildungs-Angebote in den Agenturbezirken Frankfurt und Bad Homburg in den vergangenen Jahren. Mit dem Plus-Zeichen wollen die Partner zeigen, dass dieses Angebot überboten werden kann, wenn sich genügend Schulabgänger bewerben und genügend Unternehmen merken, dass das Ausbildungsinteresse steigt.
Bei der Vorstellung der Kampagne erklärte Agenturchefin Stephanie Krömer: „Wir möchten Jugendlichen und deren Eltern zeigen, dass es in unserer Region viele Wege gibt, die in ein erfolgversprechendes Berufsleben führen. Die anhaltenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben besonders junge Menschen verunsichert. Dennoch werden Fach- und Nachwuchskräfte gesucht und der Bedarf ansässiger Betriebe steigt weiter an. Das eröffnet jungen Menschen neue Chancen und viele Möglichkeiten, ihre berufliche Zukunft zu gestalten und vor allem jetzt anzugehen!“
Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg: „Wir sind im Jobcenter gut aufgestellt, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erreichen. Wichtig ist, dass die Aktion 7.777+ keine einmalige Kampagne ist, sondern dass wir als Kooperationspartner kontinuierlich im Sinne der jungen Menschen zusammenarbeiten. Wir müssen unsere personellen und finanziellen Ressourcen zusammenbringen und gemeinsam den Fokus auf zustande kommende Ausbildungen schärfen. Der Zeitpunkt ist zu jeder Zeit der richtige – bedingt durch die Pandemie nehmen wir alle verstärkt die Herausforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wahr. Im RheinMain-Gebiet haben wir eine Menge Potenzial, das wir mit Hilfe unserer Kooperation ausschöpfen wollen.“
Susanne Haus, Präsidentin der HWK Frankfurt-Rhein-Main, ergänzte: „Die große Herausforderung ist, dass die Berufsorientierung durch die CoronaZeit in den Schulen und unseren Berufsbildungszentren nicht wie gewohnt stattfinden kann. Wir befürchten aktuell, dass die berufliche Bildung aus dem Fokus geraten ist. Um unsere Handwerksunternehmen und Ausbildungsplatzsuchenden schneller zusammen zu bringen, arbeiten wir an besonderen Formaten, um junge Menschen, Eltern und Schulen zu erreichen“. Dazu zählen ein digitaler Messestand, die Werbung mit 3D-Videos, Imagevideos in den sozialen Netzwerken und ein Schülercamp Handwerk im Sommer, sowie das Beratungsangebot yourPUSH. „Wir beraten StudienNeuorientierer gemeinsam mit der Goethe-Uni, um ihnen Wege ins Handwerk aufzuzeigen. Wir müssen die berufliche Bildung wieder in den Fokus der Gesellschaft bringen“.
Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt am Main: „Wir merken, die Wirtschaft zieht langsam wieder an. Wer sich jetzt bewirbt, kann aus über 1.100 Angeboten allein in der IHK-Lehrstellenbörse wählen. Wir merken, dass die Pandemie den Fachkräftebedarf nicht beseitigt hat. Die aktuelle IHKKonjunkturumfrage hat dies deutlich gemacht. Wir erwarten, dass mit der wirtschaftlichen Erholung viele Unternehmen ihre Ausbildungsbereitschaft wieder aufnehmen. Daher endet das Bewerbungsjahr nicht zu Ferienbeginn, sondern wird sich bis in den September ziehen.“