Jetzt die Einstiegsqualifizierung (EQ) nutzen

Heranführung an die betriebliche Ausbildung

 

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein Erfolgsmodell: Mehr als 60 Prozent der EQ-Teilnehmer wurden in den vergangenen Jahren in eine betriebliche Ausbildung übernommen. Dieses betriebliche Langzeitpraktikum von mindestens sechs bis maximal zwölf Monaten Dauer dient der Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb der beruflichen Handlungsfähigkeit. Die Inhalte orientieren sich an den anerkannten Ausbildungsberufen (§ 4 BBiG, § 25 HwO und AltPflG). EQ kann auf die Ausbildungszeit angerechnet werden, falls eine Ausbildung in dem gleichen Beruf begonnen wird. EQ ist ein wirksames Instrument auch bei der Heranführung von Geflüchteten an das duale Ausbildungssystem in Deutschland. EQ richtet sich an folgende Zielgruppen:

• Ausbildungsbewerberinnen und -bewerber mit individuell eingeschränkten
  Vermittlungsperspektiven, die auch nach dem 30. September im Anschluss
  an die Nachvermittlungsaktionen der Kammern und Arbeitsagenturen
  keinen Ausbildungsplatz gefunden haben,
• Ausbildungsuchende, die noch nicht in vollem Umfang über die erforderliche
  Ausbildungsbefähigung verfügen,
• Lernbeeinträchtigte und sozial benachteiligte Ausbildungsuchende.

Bewerberinnen und Bewerber mit Fachhoch- oder Hochschulreife können nur in begründeten Ausnahmefällen gefördert werden. Auch Jugendliche, die noch der Vollzeitschulpflicht unterliegen, können nicht im Rahmen von EQ gefördert werden.

Die Förderung beginnt frühestens ab 1. Oktober. Ein vorzeitiger Beginn der Maßnahme ab 1. August ist für die Bewerberin und für den Bewerber aus früheren Schulentlassjahren („Altbewerber“), Lernbeeinträchtigte und sozial Benachteiligte sowie noch nicht voll ausbildungsreife junge Menschen möglich.

Mit den EQ-Teilnehmenden wird ein Vertrag mit Vergütungspflicht nach § 26 BBiG abgeschlossen. Der Arbeitgeber trägt die Sach- und Personalkosten der EQ sowie den Beitrag an die Berufsgenossenschaft. Die Vergütung wird zwischen dem Betrieb und der EQ-Teilnehmerin bzw. dem EQ-Teilnehmer vereinbart. Tarifliche Vereinbarungen müssen beachtet werden. Die Arbeitsagentur oder das Jobcenter erstattet dem Arbeitgeber auf Antrag einen Zuschuss zur EQ-Vergütung bis zur Höhe von 231 Euro monatlich (Stand 03/2017). EQ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Hierzu erhält der Arbeitgeber von der Arbeitsagentur oder dem Jobcenter einen pauschalierten Anteil am durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Dieser Betrag wird jährlich neu berechnet. Für die Dauer des individuellen Förderzeitraums bleibt dieser Betrag konstant.

Falls Berufsschulpflicht besteht, muss sie erfüllt werden. Der Besuch einer Fachklasse ist anzustreben, auch bei nicht mehr berufsschulpflichtigen Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmern. Die Förderung wird auch für Zeiten des Berufsschulunterrichts gezahlt.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, am Ende des Praktikums eine Bescheinigung über die vermittelten Kenntnisse und Fertigkeiten (betriebliches Zeugnis) auszustellen. Die jeweilige zuständige Stelle (Kammer) stellt auf Antrag des Unternehmens oder des Teilnehmenden auf der Basis des betrieblichen Zeugnisses ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an der EQ aus. Dieses bildet die Grundlage für eine mögliche Verkürzung einer anschließenden Ausbildung nach § 8 BBiG oder § 27b HwO.

Sowohl IHK und HWK als auch die Arbeitsagentur und das Jobcenter beraten interessierte Betriebe gern bei allen Fragen im Zusammenhang mit der Einstiegsqualifizierung.