Eine neue Beschäftigungsperspektive durch Corona

Alexander Neumann (li.) und Reinhard Buss, vom Arbeitgeberservice des Jobcenters Frankfurt
Alexander Neumann (li.) und Reinhard Buss, vom Arbeitgeberservice des Jobcenters Frankfurt
Als erfahrener Mitarbeiter im Arbeitgeberservice des Jobcenters Frankfurt weiß Reinhard Buss, dass es oft mehrerer Anläufe intensiver Bemühungen und eines langen Atems bedarf, Menschen in Arbeit zu bringen, insbesondere nach einer längeren Arbeitslosigkeit, bei Vermittlungshemmnissen, geringer Qualifikation oder anderen persönlichen Gründen, die eine Arbeitsaufnahme erschweren. Stabilisierung der Lebenssituation, Bewerbungstraining oder Qualifizierungsmaßnahmen sind vielfach erforderlich.
Corona hat die Vermittlungsarbeit gewiss nicht erleichtert. Für Alexander Neumann hat die Pandemie eine neue Beschäftigungsperspektive eröffnet. Nach einer fast dreijährigen Phase der Arbeitslosigkeit kam er in den Betreuungskreis von Reinhard Buss und Klaus Pörings. Ein Bewerbungstraining war für den Kunden nicht erforderlich. Seine Unterlagen sind geradezu mustergültig. An Qualifikation und Motivation hat es ihm auch nicht gefehlt.
Anstatt intensiver Vermittlungsbemühungen hat eine einzige Idee zum Ziel geführt. Reinhard Buss hat Alexander Neumann mitten in Coronazeiten im Sommer 2020 empfohlen, mit der hessischen Landesschulbehörde Kontakt aufzunehmen. Der 54-Jährige wurde als Ausbilder der Ernährungsgruppe in der Peter-Behrens-Schule Darmstadt, einer Berufsschule, eingestellt. Aufgrund der Coronasituation gab es eine Reihe von Vakanzen im Lehrkörper, die es auszugleichen galt. Dafür bringt Alexander Neumann die besten Voraussetzungen mit. Beworben hatte er sich als Dozent für Jugend- und Erwachsenenbildung, alternativ als pädagogischer Mitarbeiter, Bildungsbegleiter oder REHA-Fachkraft – an sich schon ein breites berufliches Spektrum, das insbesondere die letzte berufliche Station von Alexander Neumann bei einer Bildungseinrichtung beschreibt. Eigentlich gehen seine Erfahrungen und Kompetenzen darüber hinaus. Er ist gelernter Koch und kann viele Stationen in diesem Beruf nachweisen. Dieses Know-how kann er in seine gegenwärtige Tätigkeit an der Peter-Behrens-Schule hervorragend einbringen. In seinem erlernten Beruf als Koch möchte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr eingesetzt werden. Seine Arbeitslosigkeit hat er u.a. zur gründlichen gesundheitlichen Regeneration genutzt. Mittlerweile ist er im zweiten Jahr seiner Tätigkeit als Ausbilder der Ernährungsgruppe.