Folgen für die betriebliche Ausbildung

Dr. Brigitte Scheuerle, IHK Frankfurt am Main, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung
Dr. Brigitte Scheuerle, IHK Frankfurt am Main, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung


Was bundesweit in der Diskussion zum Digitalpakt von Seiten der Wirtschaft kritisiert wurde, ist inzwischen zur bitteren Realität geworden. Betriebe wie auch Berufsschulen mussten feststellen, dass Deutschland nicht so schnell auf digitale Verfahren umschalten kann, weder hinsichtlich der Infrastruktur und des Umgangs mit digitalen Medien noch beim didaktischen Material. 

Lehrer wie auch Ausbilder von Auszubildenden, die nicht mehr im Betrieb eingesetzt werden konnten: Wie beschäftige ich meine Auszubildenden so, dass sie weiter berufliche Handlungsfähigkeit erlangen? Und wie kann ich mit ihnen kommunizieren und ihren Lernfortschritt überwachen?

Krisen beinhalten auch Chancen. Ausbilder und Berufsschullehrer setzen sich nun vermehrt damit auseinander, welche digitalen Lernplattformen es bei Verlagen gibt und welche Kommunikationswege eingesetzt werden können. Kanäle wie Youtube können genutzt werden, um eigene Lernvideos zu erstellen. Schade, dass Ausbilder und Lehrer dabei häufig auf sich allein gestellt sind. Vielleicht regt ja die Krise dazu an, im Rahmen von Ausbilderarbeitskreisen gemeinsam an didaktischem Material zu arbeiten. Die IHK Frankfurt berät zu branchenspezifischen digitalen Lernformen und unterstützt Ausbilder mit Workshops. 

Die Pandemie hat zudem andere Berufsbilder ins Rampenlicht gerückt, weil sie als systemrelevant gelten, zum Beispiel Arbeitsplätze im Lebensmittelhandel oder in der Logistik. Berufskraftfahrer oder Logistiker, Ent- und Versorger und Labor-Fachkräfte sind in den öffentlichen Focus gerückt, wie natürlich alle pflegerischen und medizinischen Berufe. Dagegen ist die sonst bei jungen Leuten so beliebte Veranstaltungs- und Event-Branche arg gebeutelt. Ob sich dies nun auf das Image von Berufen auswirkt, bleibt abzuwarten. 

Berufsberater, Eltern und Lehrer in der Berufsorientierung haben allemal ein gutes Argument für die duale Berufsausbildung. Auszubildende haben in der Krise zunächst den sichersten Arbeitsplatz von allen. Den Auszubildenden ist die Vergütung auch für die Zeit einer von ihnen unverschuldeten Freistellung zu zahlen, bis zur Dauer von sechs Wochen. Für viele Jugendliche, die sich in der Krise über ihre berufliche Zukunft Gedanken machen, mag dieser Aspekt der Sicherheit zukünftig auch eine Rolle spielen. 
Die Pandemie hat zudem andere Berufsbilder ins Rampenlicht gerückt, weil sie als systemrelevant gelten, zum Beispiel Arbeitsplätze im Lebensmittelhandel oder in der Logistik. Berufskraftfahrer oder Logistiker, Ent- und Versorger und Labor-Fachkräfte sind in den öffentlichen Focus gerückt, wie natürlich alle pflegerischen und medizinischen Berufe. Dagegen ist die sonst bei jungen Leuten so beliebte Veranstaltungs- und Event-Branche arg gebeutelt. Ob sich dies nun auf das Image von Berufen auswirkt, bleibt abzuwarten.