Ali und Ramin
Alireza Alizada (li.) und Ramin Najafi Birghani (re.) sind aus dem Iran geflüchtet und werden beim Kolping Bildungswerk zur Fachkraft im Gastgewerbe bzw. zur Restaurantfachkraft ausgebildet. Sie arbeiten im Bistro „Tatkraft“, an dessen Einrichtung und Ausstattung Ramin bereits mitgewirkt hat.

Ali und Ramin – das Jobcenter fördert ihre Ausbildung

Heranführung an die betriebliche Ausbildung

Die beiden Azubis Alireza Alizada und Ramin Najafi Birghani sind im Bistro „Tatkraft“ Mitarbeiter der ersten Stunde und arbeiten hier, seit das Kolping Bildungswerk dieses Begegnungscafé am Allerheiligentor vor wenigen Wochen eröffnet hat. Genau genommen, war einer der beiden jungen Männer schon vorher aktiv. Ramin und ein iranischer Freund haben von Ende April bis Ende Juli bei der Einrichtung Hand angelegt, Möbel gefertigt und Fußböden verlegt. „Sie haben einfach alles gemacht“, berichtet Geschäftsführer Michael Schenk. Dies ist offenkundig ganz im Sinn des von Adolph Kolping stammenden Bistro-Mottos: „Schön reden tut’s nicht, die Tat ziert den Mann.“
Ansprechpartner für Arbeitgeber im Jugendjobcenter
Christian Aakipogu (li.) und Aksiniya Wolf (re.) sind die beiden Ansprechpartner für Arbeitgeber im Jugendjobcenter und zuständig für die Ausbildungsprämie. Geschäftsführer Michael Schenk (Mi.) hat diese Förderung genutzt und zwei Azubis im Bistro „Tatkraft“ des Kolping Bildungswerks eingestellt.

Michael Schenk hat den beiden jungen Männern jetzt eine Ausbildungschance gegeben: Der 19-jährige Ali wird in zwei Jahren zur Fachkraft im Gastgewerbe ausgebildet, Ramin (27) durchläuft die dreijährige Ausbildung zur Restaurantfachkraft. Das Jobcenter Frankfurt fördert ihre Ausbildung durch die Ausbildungsprämie in Höhe von jeweils 5.000 Euro, die der Ausbildungsbetrieb erhält. Geschäftsführer Schenk nutzt diese Fördersumme und investiert sie z. B. in die Förderung berufsbezogener Deutschkenntnisse.

Beide Azubis kamen im Jahr 2015 allein und ohne Familie aus dem Iran nach Deutschland. Hier wollen sie bleiben, sich in die Gesellschaft integrieren und arbeiten. Ali ist in Afghanistan geboren und im Iran aufgewachsen. Nach seiner Einreise nach Frankfurt hat er einen Alphabetisierungskurs absolviert und den Hauptschulabschluss erworben. Persönlichen Interessen folgend, wollte der aktive Triathlet eigentlich zum Sport- und Fitnesskaufmann ausgebildet werden, bis aus einer zufälligen Begegnung mit Michael Schenk bei Kolping Jugendwohnen Frankfurt heraus der Plan zur Ausbildung im Gastronomiebereich entstand.

Der ältere Ramin hat das Deutschzertifikat für das Sprachniveau B1, der angestrebte B2-Kurs wurde nicht gefördert. Er hat in seiner Heimat eine Schulbildung durchlaufen, von der er sich die Anerkennung als Abitur erwartete. Das Regierungspräsidium bestätigte ihm aber nur den Hauptschulabschluss. Seine Erfahrungen aus einer dreijährigen Tätigkeit als Schreiner in seinem Heimatland konnte er in die Ausstattung des Bistros „Tatkraft“ gut einbringen.

Ihre Eignung für den Beruf in der Gastronomie konnten die beiden Azubis in einem Praktikum zeigen. Gastronomie bedeutet Umgang mit Menschen und Kommunikation. Dass beide freundlich und kundenorientiert auftreten, zeigen sie täglich. „Ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern sich von Tag zu Tag“, bemerkt ihr Chef Michael Schenk. Sprachtraining on the job erscheint ihm effektiver als die Klassensituation im Kurs.

Im Bistro „Tatkraft“ bildet das Kolping Bildungswerk für den eigenen Bedarf aus und kann dabei auch seine personellen Ressourcen als Bildungsträger nutzen. Im Auftrag der Agentur für Arbeit betreut das Kolping Bildungswerk ca. 50 Ausbildungsteilnehmer bei reha-integrativen Maßnahmen und Maßnahmen für Lernbehinderte, etwa 20 Nachqualifizierungsanwärter und 75 Studierende zum Fachwirt Erziehungswesen. Insgesamt werden 18 Mitarbeiter in der gemeinnützigen GmbH beschäftigt, darunter sechs Ausbilder und drei Sozialpädagogen.