„Einstellungssache – Jobs für Eltern“

Aktionstag im Jobcenter am Hainer Weg in Sachsenhausen

Mehr als 150 arbeitslose Kundinnen und Kunden mit Kindern im schulpflichtigen Alter nutzten das Angebot zur Beratung und Information im Rahmen eines Aktionstages im Jobcenter am Hainer Weg in Sachsenhausen. Mit der Veranstaltung trug das Jobcenter den besonderen Anforderungen der Zielgruppe von arbeitslosen Kundinnen und Kunden Rechnung, die Erziehungspflichten und Berufstätigkeit miteinander in Einklang bringen müssen.

„Aktionstag“ bedeutet, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die gebündelte Beratungskompetenz unterschiedlicher Jobcenterteams unmittelbar vor Ort zugänglich war: Die Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service, das Projektteam „Aktivierung, Beratung, Chancen“ (ABC-Team), die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Expertinnen für das Bildungsund Teilhabepaket, familienfreundliche Arbeitgeber wie Stage Service und sppdirekt Zeitarbeit sowie Träger wie GPE und smart work Frankfurt – sie alle standen zur Verfügung.

„WERK-Tätigkeit“

Für ein ganz neues Qualifizierungsangebot konnte smart work werben: Die gerade gestartete Maßnahme zur „Vorbereitung auf eine WERK-Tätigkeit“ wird in Kooperation mit kita frankfurt durchgeführt und vom Jobcenter Frankfurt und der städtischen FRAP-Agentur gefördert. Die Maßnahme hat zum Ziel, arbeitslose Migrantinnen und Migranten mit einem Sprachniveau ab Level B1 zu qualifizieren und auf eine Tätigkeit als WERK-Tätige vorzubereiten. „WERK“ steht für Wäsche, Einkauf, Reinigung und Küche, den Schwerpunkten einer Helferinnentätigkeit in der Hauswirtschaft. Die Teilnehmer/-innen werden durch eine fachpraktische Qualifizierung in Kombination mit einer integrierten Sprachförderung und einer praktischen Erprobung in den Einrichtungen der kita frankfurt auf eine hauswirtschaftliche Helfertätigkeit vorbereitet. Der Kooperationspartner kita frankfurt ist der kommunale Träger von Kinderzentren und Betreuung an Schulen für Kinder im Alter von 0 Jahren bis zum Ende der Grundschulzeit. Die städtischen Kinderkrippen, Kindergärten und Horte, insgesamt mehr als 140 Einrichtungen, sind im Eigenbetrieb kita Frankfurt zusammengeführt. Die Kooperation ermöglicht eine fundierte und betriebsnahe Qualifizierung speziell für Hilfskräfte in den Kinderzentren.
Claudia Bock
Claudia Bock, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, im Beratungsgespräch

Beratungsangebote

Auf dem Aktionstag wurden Bewerbungschecks und Kurzberatungen zu Bewerbungsstrategien sowie Workshops zu individuellen Bewerbungsformaten und Bewerbungsstrategien für Erziehende angeboten. In einer Jobbörse konnten sich familienfreundliche Betriebe aus der Region vorstellen. Auf einer so genannten „Jobwall“ wurden konkrete Stellenangebote in Teilzeit, vollzeitnaher Beschäftigung und Vollzeit präsentiert. Auf einem Infomarkt erhielten Erziehende außerdem Tipps zu den Themen Kinderbetreuung, Erziehungsberatung und Leistungen zu Bildung und Teilhabe. Bei einem Kompetenzspiel wurde erprobt „Das kann ich – das mach ich“, in einem Workshop wurde Hilfe zur Erstellung eines Bewerbungsflyers, in einem anderen Workshop die Unterstützung bei der Entwicklung einer Stellensuch- und Bewerbungsstrategie angeboten.
Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg (li.) und Klaus Pörings
Jobcenter-Geschäftsführerin Claudia Czernohorsky-Grüneberg (li.) und Klaus Pörings vom Arbeitgeber- Service interessieren sich für die Situation einer Jobcenterkundin mit Erziehungspflichten.
Christiane Kallus
Christiane Kallus vom Arbeitgeber-Service des Jobcenters gibt hilfreiche Tipps zur Erstellung eines Bewerbungsflyers.
Unterstützungsmöglichkeiten des Jobcenters
Über die Unterstützungsmöglichkeiten des Jobcenters im Rahmen des Bildungs-und Teilhabepaktes informierten die Expertinnen.

Die Aktion „EinstellungsSache – Jobs für Eltern“ geht auf eine Initiative des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit zurück. Bereits zum sechsten Mal sollten arbeitslose Eltern als motivierte und qualifizierte Arbeitskräfte bewusst in den Fokus gerückt und deren Potenziale aufgezeigt werden. Zudem ergibt sich dabei die Chance, den Kindern als Vorbild zu dienen, dass Lernen und Arbeiten zum Leben gehören.

ABC-Team

Der Aktionstag wurde federführend von Claudia Bock, der Beauftragten des Jobcenters für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA), und der ABCProjektkoordinatorin Katrin Heymann-Lieb organisiert. Die Abkürzung steht für Aktivierung, Beratung, Chancen“ und bezeichnet ein Team des Jobcenters Frankfurt mit elf persönlichen Ansprechpartnern (pAps) und der Projektkoordinatorin. Das ABC-Team betreut langzeitarbeitslose Erziehende mit Kindern zwischen 6 und 15 Jahren. Es gehört zum ABC-Netzwerk, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde und das unter anderem durch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird. Jeder ABC-pAp hat eine geringere Anzahl von Jobcenterkundinnen und Kunden zu betreuen, kann sich ihnen zeitlich intensiver zuwenden und ihre individuellen Potenziale und Problemlagen besser erkennen und berücksichtigen.

Katrin Heymann-Lieb sieht das Ziel des ABC-Projektes darin, den langzeitarbeitslosen Erziehenden mit unterschiedlichsten Vermittlungshemmnissen gerecht zu werden und ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. „Durch Erwerbsarbeit von Eltern kann auch Kinderarmut und Altersarmut – insbesondere bei Frauen – bekämpft werden. Über eine enge Betreuung hinaus braucht es die Vernetzung mit weiteren Unterstützungsleistungen. Daher setzt unser ABC-Team verstärkt auf eine enge Zusammenarbeit mit allen wichtigen Arbeitsmarktakteuren in den Stadtteilen. Hierzu gehören Beratungsstellen, freie Träger, Krankenkassen, Bildungsanbieter Kinderbetreuungseinrichtungen oder andere, um gemeinsam eine passgenaue Beratung und Betreuung anzubieten.“

Das ABC-Team
Das ABC-Team des Jobcenters Frankfurt mit Projektkoordinatorin Katrin Heymann-Lieb (mittlere Reihe, rechts) betreut langzeitarbeitslose Erziehende.