Das neue Qualifizierungschancengesetz

Beratung und erweiterte Fördermöglichkeiten bei der Qualifizierung von Beschäftigten

Kompetente Beratung durch den Arbeitgeber-Service: Bereichsleiterin Stephanie Schwarz mit den Teamleiterinnen Antje Donth, Arbeitgeber-Service, Martina Wiltschko, Airport-Agentur, und Julia Giegrich, Arbeitgeber-Service (v. l. n. r.)

Zum Jahresbeginn 2019 ist das „Qualifi zierungschancengesetz“ in Kraft getreten. Die Bundesregierung hat für seine Umsetzung im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit jährlich zusätzliche Finanzmittel in Höhe von bis zu 6,2 Mrd. Euro bereitgestellt. Bereichsleiterin Stephanie Schwarz von der Agentur für Arbeit Frankfurt stellt die erweiterten Fördermöglichkeiten und das Beratungsangebot vor:



Kompetente Beratung durch den Arbeitgeber-Service:
Bereichsleiterin Stephanie Schwarz mit den Teamleiterinnen
Antje Donth, Arbeitgeber-Service, Martina  Wiltschko,
Airport-Agentur, und Julia Giegrich, Arbeitgeber-Service
(v. l. n. r.)

Was ist neu durch das Qualifizierungschancengesetz?


Digitalisierung und demografi scher Wandel beschleunigen die Veränderungen am Arbeitsmarkt und machen zunehmend qualifi katorische Anpassungen bei Beschäftigten erforderlich. Zwar bleiben Arbeitgeber und Beschäftigte auch weiterhin verantwortlich für eine Weiterbildung, aber mit Hilfe des Qualifi zierungschancengesetzes (QCG) wurde das bisherige Programm der Bundesagentur für Arbeit „Weiterbildung Geringqualifi zierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU)“ ausgeweitet. Erstmals können Weiterbildungen für Beschäftigte unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße gefördert werden.

Der Ausbau der Weiterbildungsförderung fokussiert alle Beschäftigten, die berufl iche Tätigkeiten ausüben, die durch Technologien ersetzt werden können, in sonstiger Weise von Strukturwandel betroffen sind oder eine berufliche Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben. Die Bundesregierung hat im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit dafür jährlich zusätzlich bis zu 6,2 Milliarden Euro bereitgestellt.


Wer profitiert vom Qualifizierungschancengesetz?


Vom Qualifi zierungschancengesetz profi tieren sowohl Unternehmen als auch Beschäftigte:

Unternehmen werden dank des Qualifi zierungschancengesetzes bei der Weiterbildung ihrer Beschäftigten fi nanziell entlastet, profi tieren von besser qualifi zierten Mitarbeitern und haben außerdem eine gute Möglichkeit, ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer enger an ihr Unternehmen zu binden.

Beschäftigte können sich berufl ich weiterbilden, um die eigene Beschäftigungsfähigkeit auszubauen und somit die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Weiterbildungen sind auch berufsbegleitend möglich und auch Teilzeitkräfte profi tieren vom neuen Gesetz.


Was wird gefördert?


Förderbar sind sowohl Weiterbildungen mit dem Ziel, einen Berufsabschluss zu erwerben (abschlussorientiert) als auch so genannte „Anpassungsqualifi zierungen“. Ersteres wären beispielsweise un- oder angelernte Helfer/innen in der Altenpfl ege, die einen Berufsabschluss zur examinierten Altenpfl egefachkraft anstreben. Eine Anpassungsqualifi zierung liegt z. B. dann vor, wenn Dachdeckerinnen und Dachdecker bei einer Weiterbildung lernen, wie man mit Drohnen arbeitet.

Die Qualifi zierungen müssen für den allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbare Kenntnisse vermitteln, für die Weiterbildungsförderung zugelassen sein und unter Fortzahlung des Arbeitsentgeltes durchgeführt werden. Weiterbildungen, die nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz förderfähig sind (z. B. Meister- und Technikerausbildungen), sind von der Förderung durch die Bundesagentur für Arbeit ausgeschlossen.

Die Bundesagentur für Arbeit beteiligt sich an den Weiterbildungskosten – bei Vorliegen der Voraussetzungen mit bis zu 100 %. 

Soweit Unternehmen ihre Beschäftigten während der Weiterbildung bei vollem Gehalt freistellen, gewährt die Bundesagentur zusätzlich Arbeitsentgeltzuschüsse. Die Höhe hängt von der Art der Weiterbildung und der Betriebsgröße ab. Auch hier ist eine Förderung von bis zu 100 % möglich.


Müssen Arbeitgeber der Weiterbildung ihrer Beschäftigten zustimmen?


Weiterbildung ist eine Ermessensleistung. Beschäftigte haben darauf keinen Rechtsanspruch. Daher können Weiterbildungen nach dem Qualifi zierungschancengesetz nur in Absprache mit dem Arbeitgeber absolviert werden – zumal dieser einen Teil der Kosten tragen muss.


Wo können sich Unternehmen über Weiterbildungsmöglichkeiten informieren und Zuschüsse beantragen?


Der Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit ist der richtige Ansprechpartner, wenn sich Arbeitgeber über Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Beschäftigten informieren wollen. Er ist telefonisch erreichbar unter der bundesweiten gebührenfreien 

Hotline 0800 4 55 55 20.

Dort gibt es auch Informationen darüber, wie man die Zuschüsse beantragen kann und wo man zertifi zierte Weiterbildungsangebote findet.